
| Weite Landstriche,
Schafe, Ziegen, Zelte: Das Leben der anatolischen Nomaden ist seit vielen
Jahrhunderten an die Jahreszeiten angepasst. Auf den Yaylas (Sommerweiden)
in den kühlen Hochebenen wird über Wochen Brot und Käse
im Freien hergestellt und der Hirtenwirtschaft nachgegangen. Die Behausungen
nennen sich Yurte und werden traditionell aus Stoffen wie Filz oder Ziegenhaar
hergestellt. Noch bis vor wenigen Jahren haben Kamel- und Eselszüge
das Bild der Wanderung zwischen Sommer- und Winterweide geprägt.
Das Nomadentum in Anatolien bildet keine ethnische Einheit. Die unterschiedlichen Turkstämme haben ihren Lebensraum auf den Schauplätzen von Eroberungen und politschen Veränderungen in der Geschichte gefunden. Auch heute wird noch zwischen den Yürük, Türkmenen und kurdischen Nomaden unterschieden. Das Weben und Knüpfen ihrer
Alltagstextilien gehört zu einer langen Traditon, deren Handwerk
über Generationen weitergegeben worden ist. Auf vielen Kissen,
Taschen, Wand- und Türbehängen, Teppichen, Kameldecken, Transport-
und Aufbewahrungssäcken findet man Symbole der jeweiligen Stämme
und in ihrer Kombinationsvielfalt spiegeln sich Stolz und Persönlichkeit
wieder. Farbe und Muster der Kunsthandwerke sind eine bleibende Perle
allmählich verschwindender nomadischer Kultur. |
Weiterführende Links:
Auf
den Spuren der Nomaden
Der Kelim - Das beliebte Flachgewebe
Reportage aus dem Torba-Magazin