Naturfärbung

Abrasch auf einem Kelim

Blätter, Blüten, Beeren, Wurzeln und Rinden sind über lange Zeit die Lieferanten für prachtvolle Kelim-Farben gewesen. Zwar haben künstlich-organische Rezepturen jene Art der Behandlung bereits vor über 100 Jahren abgelöst; jedoch niemals gänzlich verdrängt. Naturfarben behalten ihre Leuchtkraft über Jahrzehnte hinweg. Darüber hinaus ist das so genannte "Abrasch" eines der wichtigsten Merkmale: Es sind besonders schöne Farbschatten — eine Abdunklung oder Aufhellung eines Farbtones innerhalb eines Gewebes. Jene können über die Zeit hinweg immer deutlicher hervortreten.

 

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Naturfärbung von Wolle

 

 

Weiterführendes

Das Färben der Kelim-Wolle

Das tierische Garn verleiht dem Kelim seine brillanten Farben


Kelim-Muster entstehen durch den Einsatz unterschiedlich gefärbter Garne. Um ihnen diese Farbpracht zu verleihen, müssen die Garne gefärbt werden. Hierzu werden organische Stoffe meist aus dem natürlichem Umfeld verwendet. Dazu gehört pflanzliches, aber auch tierisches Material (z. B. liefern Schildläuse einen roten Färbestoff für die Kelim-Wolle). Jenes wird im getrocknetem Zustand zusammen mit dem zu färbenden Garn gekocht oder eingetuncht. Tierische Fasern wie Wolle oder auch Ziegenhaar nehmen die Farben besonderns gut auf, da sie Protein enthalten und deren Moleküle sich hervorragend mit dem Farbstoff binden können. Aufgrund des neutralen Charakters der Moleküle bei pflanzlichen Garnen (z.B. Baumwolle) findet keine Bindung statt und die Kelim-Farben würden weniger brillant erscheinen wie beim Einsatz der Schafwolle.
Typische Kelim-Farben sind Rot, Violett, Gelb, Orange, Braun oder Schwarz. Eine Sonderstellung nimmt das Indigo ein, welches über Handelswege nach Anatolien gelangt ist. Seine blaue Farbe ist oftmals auf einem Kelim zu sehen.

 

   

Färbeprozess

Die Färbung der Kelim-Wolle kann sehr unterschiedlich erfolgen.

Direktes Färben bedeutet, dass der Färbestoff direkt mit dem Garn in Verbindung gebracht wird. Anders zum z.B. bei der Beizfärbung, wo die Kelim-Wolle zuerst mit speziellen Salzen behandelt wird. Das Ergebnis ist eine Farbechtheit, die den Kelim vor dem Verblassen schützt und wasserresistent ist. Eine Nachbehandlung wird oft mit der Asche von Eichenholz im Wasserbad durchgeführt. Hier erhalten die Farben noch einmal eine tiefere Brillianz und werden vor dem Verblassen geschützt. Weitere Färbeprozesse werden durch Oxidation (Indigo) oder durch einen 2-Stufen-Prozess (Blau und Gelb zur Gewinnung von Grün) erreicht.

Bei der Naturfärbung können die Kelim-Farben von den Fasern unterschiedlich aufgenommen werden. Dies ist zum einen durch die Struktur des Garnes bedingt (z.B durch die Unebenheit von handgesponnener Wolle). Zum anderen führt ein mehrmaliges Ansetzens der Farbe im Behälter oder ungleichmäßiges Verrühren zu Farbunterschieden. Bei d er Naturfärbung ist dies gern gesehen, bei der synthetischen Färbung gilt es als Qualitätsmangel. Ein Kelim mit Anteilen von natürlicher Färbung wirkt lebendiger und einzigartig.


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